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Verletzungen vermeiden

Stabilität, Koordination und Beweglichkeit – aus der Praxis eines Basketballarztes

Wann ich mich beim Sport verletze, bleibt stets dem Zufall überlassen. Doch wo ich mich wahrscheinlich verletze, das weiß ich schon vorher – und dagegen kann ich etwas tun. Stabilität, Koordination und Beweglichkeit sind die wesentlichen Kriterien, um Verletzungen zu vermeiden. Wer groß und stabil, aber unbeweglich ist, ist genauso verletzungsgefährdet, wie ein dynamischer Spieler, der z.B. nur eine „starke“ Körperhälfte hat, die ihn stabilisiert. In beiden Fällen sind Verletzungen vorprogrammiert.

Durch Prävention den Sportler stark machen

Das Ziel ist es, durch Präventionsmaßnahmen den Leistungssportler vor Verletzungen zu schützen und gegebenenfalls nach Verletzungen wieder optimal aufzubauen. So muss z. B. jeder Spieler der Urspring Basketball Akademie vor Saisonbeginn eine Reihe sportmedizinischer Tests in unserer Praxis durchlaufen, um für den Trainings- und Spielbetrieb überhaupt zuge­lassen zu werden. Dazu zählen u.a. die Bioelektrische Impedanzanalyse, kurz BIA und die Messung der individuellen Körperzusam­men­­setzung des Sportlers. Außerdem wird mittels Spiroergometrie die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge, also die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit des Sportlers, gemessen. Gibt es eine krankhafte Leistungsreduktion durch z. B. koronare Herzkrankheiten, Belastungsasthma oder Bluthochdruck, kann diese mit Hilfe der Spiroergometrie diagnostiziert werden. In Kombination mit einem Belastung-EKG kann festgestellt werden, ob der Sportler tauglich ist für den Leistungssport oder nicht. Das Pre-Injury-Screening, kurz PIS, gibt Auskunft über die Beweglichkeit. Dieses besteht aus insgesamt 15 kleinen Übungen, wie z. B. die Dehnung der Schultermus­kulatur oder diverse Sprungtests. Während der Sportler die Übungen ausführt, besteht die Gelegenheit, die Muskeln und Gelenke in der Bewegung gezielt auf Schwachstellen des Bewegungsapparates hin zu untersuchen.

Erstes Beispiel aus der Praxis: Die Stabilität fehlt

Ein Jugendbasketball-Nationalspieler litt unter ständig wiederkehrenden Verletzungen und Reizungen des linken Kniegelenks. Er musste in der Folge immer wieder Spiel- und Trainingspausen einlegen und fiel in seiner Leistungsfähigkeit hinter seine Teamkollegen zurück.

  • Untersuchung: Um die Ursache für das latente Knieproblem herauszufinden, führten wir den Hop Test durch. Eine Übung, die im Rahmen des PIS Auskunft darüber gibt, wie ausgeprägt die Spiel- bzw. die Stabilisationsseite des Spielers ist  Ist der Spieler nach dem Sprung mit dem linken Bein aufgekommen, hat er dabei sichtlich gewackelt, um das Gleichgewicht zu halten. Kam er mit dem rechten Bein auf, hatte er stets einen festen Stand.
  • Diagnose: Der Sprungtest hat gezeigt, dass die linke Stabilisationsseite nicht stark genug ausgebildet war und das Kniegelenk dadurch immer wieder falsch belastet wurde.
  • Therapie: Durch ein funktionelles Training wird die Stabilität der linken Körperhälfte gezielt gestärkt, um die Symmetrie von Spiel- und Stabilisations­seite wieder herzustellen. 

Zweites Beispiel aus der Praxis: Die Koordination muss stimmen

Auch in diesem Fallbeispiel klagte ein junger Basketball-Nationalspieler über immer wieder­kehrende Beschwerden, diesmal jedoch im linken Sprunggelenk. Dieses hat er sich ein ums andere Mal übertreten und dabei die Bänder überdehnt. Nach jeder Bänderdehnung folgten zwei bis drei Wochen Trainingspause.

  • Untersuchung: Hier führten wir den modifizierten Star Excursion Balance Test für den unteren Quadranten (SEBT-UQ) durch. Mit Hilfe dieses Tests kann die Stabilität des Sprunggelenks und der Beinachse überprüft werden.
  • Diagnose: Es wurde festgestellt, dass bei dem Spieler der Absprung mit dem linken Fuß nicht sauber ablief, da die Bewegungskette nicht optimal geschult war. Das heißt in diesem Fall, Knie und Hüfte bewegten sich nicht richtig zueinander, da die einzelnen Muskelpartien unterschiedlich angespannt waren. Die linke Koordina­tionsseite war zu schwach ausgebildet.
  • Therapie: Um die Koordination zu schulen, musste die komplette Bewegungskette des Absprungs in Einklang gebracht werden. Der Spieler trainierte daher gezielt, einbeinig auf einem Wackelbrett zu stehen und dabei immer wieder einen Ball zu fangen.

Schulterbeweglichkeit
BWS-Beweglichkeit (Brustwirbelsäule)
Aktives Beinheben – Beweglichkeit Hüftgelenk

Aktives Beinheben – Beweglichkeit Hüftgelenk
Rumpfstütz – Überprüfung ­Beckenkontrolle bei bilateralem Drückmustern

Drittes Beispiel aus der Praxis: Nichts geht über die Grundbeweglichkeit

Dieser junge Basketballer war zwar sehr athletisch und nie verletzt, trotzdem war er in seinen Bewegungen stets langsamer als anderer.

  • Untersuchung: Die ersten sechs Übungen des PIS konzentrieren sich auf die Analyse der Grundbeweglichkeit. Hier wurden die Halswirbelsäule, Schultergelenke, Brust­wirbelsäule, Hüftgelenke, die oberflächliche Rückenlinie und die hintere Oberschenkel- und Rückenmuskulatur untersucht.
  • Diagnose: In diesem Fall lag eine Störung der Grundbeweglichkeit vor. Halswirbelsäule und Schultern waren so steif, dass sich bei jeder Bewegung gleich der komplette Körper mitbewegen musste. Das kostete Reaktionszeit und der Spieler wurde im Vergleich zu anderen langsamer.
  • Therapie: Mit Hilfe eines Postisometrischen Dehnungsprogramms konnte der Spieler seine Grundbeweglichkeit verbessern und seine Schnelligkeit auf dem Spielfeld deutlich erhöhen.

Individuelle Körperzusammensetzung, Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit

Es sollte ermitteln werden, wie fit der Sportler wirklich ist. Dabei gilt es zu unterscheiden in: Jugendsportler: Hier steht die Frage nach der Sportleistungsfähigkeit (konstitutionell) im Fokus. Berufssportler: Durch die bereits bestehende dauerhafte sportliche Belastung liegt hier das Augenmerk vor allem auf möglichen Vorerkrankungen und dem damit verbundenen körperlichen Verschleiß und Leistungs­abbau. Liegen tatsächlich Defizite bei einem Sportler vor, muss er im Training genau daran arbeiten. Dabei unterstützen ihn Trainer, Athletiktrainer und die medizinische Abteilung. Damit aber dieses eng verzahnte Versorgungsnetz optimal funktioniert, muss auch die Kommunikation untereinander reibungslos klappen. Und genau dafür ist Isabella Rasch zuständig. Sie ist die Gesundheitsbeauftragte der Urspring Basketball Akademie und damit die Schnittstelle zwischen Akademie und unserer Praxis. Jede medizinische Untersuchung, jeder Leistungstest, jede Präventionsmaßnahme wird von ihr geplant, mitbetreut und dokumentiert.

Jeder kann davon profitieren

Spiroergometrie – Messung der Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge (kardiopulmonale Leistungsfähigkeit), sowie des Stoffwechsels
Wer glaubt, man müsse unbedingt Leistungssportler sein, um von diesen medizinischen Leistungen zu profitieren, der irrt. Die aufgezeigten Erkenntnisse aus der Sportmedizin können auch auf die Allgemeinmedizin übertragen werden. Das Ergebnis: Die LifeBalance Methode. Müdigkeit, Lustlosigkeit und Schmerzen – und doch nicht krank? Diese Symptome sind ein klares Zeichen: Die Bewegung fehlt! Genau hier setzt die LifeBalance-Methode an: Anstatt isoliert nur einen medizinischen Bereich zu betrachten und zu therapieren, stimmt diese Methode alle Lebenselemente individuell aufeinander ab. Die richtige Bewegung und passendes Ernährungscoaching in Kombination mit einer hochqualifizierten medizinischen Betreuung – das garantiert eine langfristige und gesunde körperliche Entwicklung.

Fazit

In der Sportmedizin gibt es keine einfachen Pauschalantworten. Jede Bewegung löst eine Kettenreaktion im Körper aus. Was wir bei der ersten Untersuchung sehen, ist nur das Ergebnis dieses Domino-Effektes, das Symptom. Um aber die Ursache herauszufinden, müssen wir Ärzte systematisch vorgehen. Dabei hilft uns das Pre-Injury-Screening. Die Übungen geben uns genau definierte Orientierungspunkte. Sind diese abgesteckt, können wir den Weg der Kettenreaktion im Körper Stück für Stück zurückverfolgen – bis hin zu dem Punkt, an dem die Bewegung angefangen hat, nicht mehr rund zu laufen. Aber welcher Punkt das ist, bleibt so individuell, wie jeder einzelne Patient, den ich bisher betreuen durfte.

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Der Autor

Dr. med. Dietmar Schubert arbeitet und forscht seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Allgemein- und Sportmedizin. Nach seinem Medizin­studium an der Univer­sität Sorbonne in Paris, als auch in Köln, Ulm und Wien gründete er im Alter von 29 Jahren seine erste von mittlerweile drei Arztpraxen im schwäbischen Ehingen und ist Mitglied des renommierten Steinbach Talks. Außerdem ist er Gründer und Leiter der medizi­nischen Abteilung der Urspring Basketball Akademie.

Feedback

Von dem vorgestellten Prinzip profitieren nicht nur Patienten, sondern auch Unternehmen. Ziel ist es, genau wie auch im ­Leistungssport, durch eine optimale medizinische Gesundheits­vorsorge die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle im Betrieb spürbar und langfristig zu reduzieren. „Es war uns eine Freude, die Begeisterung im Hause zu erleben. Das positive Feedback und das Lob, das wir erhalten haben, geben wir hiermit sehr gerne an Sie weiter. Sie haben uns sehr motiviert, weiterhin auf unsere Gesundheit zu achten und in ­Bewegung zu bleiben. Wir hoffen nun, dass dieses „Feeling“anhält und sich auf andere Kollegen, Familie, Freunde und Bekannte überträgt. Vielen Dank!“  SCHWENK Zement KG

Sportmedizinisches Präventionskonzept jetzt preisgekrönt

Dieses Präventionskonzept zeigt nicht nur sport­liche Erfolge. Erst im Juli wurden die medizinische Abteilung von Dr. med. Dietmar Schubert und die Urspring Basketball Akademie für Ihre zukunfts­weisende Arbeit von der Berufsgenossenschaft der Unfallversicherungen (VBG) prämiert. Beim alle zwei Jahre verliehenen „Präventionspreis Sport“ erhielten sie die Bronzemedaille.

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