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Regenerationsbeschleunigung

Einsatz Kernspinresonanz-Therapie und weiterer Maßnahmen

Im Praxisalltag ist deutlich festzustellen, dass die Schwere von Sportverletzungen sowohl im Profisport als auch im Breitensport durch steigende Belastungen stetig zugenommen hat. Daran müssen sich auch die Therapiekonzepte anpassen.

Klassisch – Traditionell – Hightech

Hierzu zählen die Akupunktur und die Chirotherapie genauso wie die Angewandte Kinesio­logie und Stressmessungen über die Funktions­analyse des vegetativen Nervensystems. Darüber hinaus setze ich auf modernste Therapieverfahren wie die MBST Kernspinresonanz-Therapie oder die Statisch/Dynamische Funktions­analyse des Bewegungsapparates.

Natürliche Regenerationsprozesse fördern

Die MBST Kernspinresonanz-Therapie dient der biophysikalischen Zellstimmulation und beeinflusst verschiedene Signaltransduktionswege, u.a. die Wachstumsfaktoren IGF-1 (insulin like growth factor) oder den TGF-β (transforming growth factor beta) und führt u.a. zu einer Stimmulierung der Proliferation von Chondrozyten und Osteoblasten. Außerdem werden deutliche antiinflammatorische Effekte erzielt. Ziel ist es, geschädigte oder aufgebrauchte Gewebe wieder zu körpereigenen Regenerationsprozessen anzuregen und so die natürlichen Heilungsprozesse zu fördern. Aktuelle Forschungsergebnisse der molekularbiologischen core facility des Institutes für Zoologie der Universität Innsbruck zeigen, dass die MBST-­Technologie dem Jetlag der Zelle auf der Spur ist und auf die transkriptionelle und die metabolische Uhr von Zellen wirkt. Die Behandlung führte bei den Zellen zu einer Erhöhung der Amplitude der Crypto­chrome 1-Oszillation und zu einer veränderten Oszillation der metabolischen Uhr/des Redox-Potenzials. Als Folge davon verändert sich auch die Proteinexpression von Hif-1α. Erste Schlussfolgerungen gehen davon aus, dass mit MBST behandelte Zellen reprogrammiert werden und so ihr regeneratives Potenzial erhalten. Dieser regenerative Ansatz bietet aus meiner Sicht ein großes Potenzial für eine    kausale Behandlung einer Vielzahl von Verletzungen und Erkrankungen. Darüber hinaus wirkt sich der Mix aus antiinflammatorischer und regenerativen Faktoren positiv auf den Heilungsverlauf sowie auf die Heilungsbeschleunigung aus. Bei Sportverletzungen setzen wir die Therapie u.a. bei Ligamentläsionen, Tendinopathien, Plantarfasziitis oder Epikondylitis ein. In allen Anwendungs-bereichen stellen die Patienten eine Besserung der Funktion sowie eine deutliche Schmerzreduktion fest. Komplikationen sind bis dato noch nicht aufgetreten.

Zwei Fallbeispiele

Manuel Eitel ist Zehnkämpfer des SSV Ulm und erlitt im Training eine schwere Kapselbandverletzung, linkes Sprunggelenk.

Befund

  • Bei Erstuntersuchung instabile Verhältnisse im oberen Sprungelenk. Massive Weichteilschwellung bei ausgeprägter Funktionsstörung. MRT-Befund:
  • Komplette Ruptur des Ligamentum talofibulare anterius und des Ligamentum calcaneofibulare links
  • Ruptur des Pars tibiotalaris anterior des Deltabandes, übrige Anteile des Deltabandes intakt, speziell auch intaktes Pfannenband
  • Flächiger bone bruise des medialen Taluscorpus
  • Muskelfaserriss des lateralen Musculus-extensor digitorum longus auf Höhe des tibiotalaren Gelenkspaltes
  • Diskrete Insertionstendinitis der Achillessehne
  • Massives Weichteilödem

Durchgeführte Therapiemaßnahmen

  • MBST-Kernspinresonanz-Therapie
  • medikamentöse Therapie: Traumeel S 3 x 2, Wobenzym 4 x 3
    physikalische Therapie: beginnend mit Lymphdrainagen, Elektrotherapie (u.a. Ultraschall), Eis, später: Manuelle Therapie
  • stabilisierende Maßnahmen: Tape-Verbände
  • in Absprache mit dem Trainerteam: koordinatives und muskelerhaltendes Training unter Entlastung des betroffenen Sprunggelenkes, Belastungsaufbau ­entsprechend dem klinischen Verlauf

Verlaufskontrolle (Zwei Monate später)

Narbige Restitution der Bandverletzungen im medialen und lateralen Sprunggelenk. Knochenmarködem weitgehend abgeheilt. Reintegration in den vollen Trainingsbetrieb und sportartspezifische Belastung inklusive Wettkampfteilnahme geglückt (Bronze U20-WM).

Manuel Eitel 10.03.2016: Mediales Talusödem, axiale TIRM Sequenz
Manuel Eitel 31.05.2016: Mediales Talusödem, axiale TIRM Sequenz

 

Alina Reh ist eine Mittel- und Langstreckenläuferin des SSV Ulm. Aktuell ist sie Vize-­Europameisterin U23. Vorstellung Juni 2016, wegen, nach intensivem Lauftraining, aufgetretenen Beschwerden am linken Fuß. Fünf Wochen nach Erstvorstellung war die Teilnahme an der Juniorenweltmeisterschaft geplant. 

Befund

  • Druckschmerzhaftigkeit mit begleitender Weichteilschwellung im Verlauf Os metatarsale III – IV linker Vorfuß MRT-Befund:
  • Querfraktur mittlerer Abschnitt OS metatarsale III mit beginnender Kallus­bildung bei achsengerechter Stellung
  • Stressreaktion mit kräftigem Markraum- und massivem perifokalem Weichteilödem mittleres Drittel Os metatarsale IV als Zeichen einer Ermüdungsreaktion


Durchgeführte Therapiemaßnahmen

  • MBST-Kernspinresonanz-Therapie
  • medikamentöse Therapie: Traumeel S 3 x 2, Wobenzym 4 x 3., ergänzend hochdosiert Vitamin D und Calcium
  • physikalische Therapie: beginnend mit Lymphdrainagen, Elektrotherapie (u.a. Ultraschall), Eis, später: Manuelle Therapie, ergänzend osteopathische/craniosakrale Behandlung u.a. zur Mitbehandlung gestörter auf- und absteigender Muskelketten
  • in Absprache mit dem Trainer: koordinativ/ stabilisierendes Trainingsprogramm (s.o.) + „Lauftrainig“ im Wasser ohne Belastung mit entsprechender Schwimmweste, später AlterG mit Belastungsaufbau entsprechend dem klinischen Verlauf

Verlauf

Besserung der Beschwerdesymptomatik, so dass nach Absprache mit medizinischem Team und Trainerteam die erfolgreiche Teilnahme an der Weltmeisterschaft gelang. Verlaufskontrolle Kernspin 2 Monate später:

Es zeigte sich ein deutlicher Rückgang der entzündlichen Weichteilreaktion im Markraum und Weichteilreaktionen im Verlauf Os metartasale II und IV mit zunehmender knöcherner Durchbauung. Im weiteren Verlauf problemloser Trainings- und Wettkampfaufbau möglich. Die Patientin ist derzeit völlig beschwerdefrei und erzielte eine persönliche Bestzeit (deutscher Jugendrekord).

Alina Reh 18.06.2016: Metatarsale 3, coronare TIRM Sequenz
Alina Reh 11.08.2016: Metatarsale 3, coronare TIRM Sequenz

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Der Autor

Dr. med. Christoph Buck ist Facharzt für Orthopädie. Er ist Inhaber der Praxis Dr. med. Christoph Buck für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sport­medizin, Chirotherapie, Akupunktur und D-Arzt der Berufsgenossenschaften in Ulm. Der vormals Leitende Arzt im Zentrum für ambulante Rehabilitation, Stuttgart und Leiter der Abteilung Sportorthopädie in der Abteilung für Sport- und Leistungsmedizin an der Universität Ulm, betreut seit vielen Jahren die Deutsche Leichtathletik Nationalmannschaft, den SSV Ulm (Fußball- Bundesliga), den VFB Stuttgart (Fußball- Regionalliga) und ratiopharm Ulm (Basketball-Bundesliga) als Teamarzt.

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