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Passive Gefäßbehandlung

Einsatz intermittierender Vakuum Therapie (IVT) bei Muskelverletzungen

Dr. Burak Yildirim und Physiotherapeut Sven Elsinger im Einsatz auf dem Platz. Foto: © KSmedianet

Im Profifußball sind ca. 30 % aller Verlet­zungen und daraus resultierend etwa 27 % der Ausfallzeiten auf Muskelverletzungen zurückzuführen [1]. Durchschnittlich 0,6 Muskelverletzungen pro Saison, bei einem Kader von 25 Spielern, bedeuten ca. 15 Muskelverletzungen pro Spielzeit. Bis zu 97 % betreffen die untere Extremität, vor allem Hamstrings (37 %), Adduktoren (23 %), Quadriceps (19 %) und Unter­schenkelmuskulatur (13 %) [1]. Aufgrund der Heterogenität und zum Teil schweren Einblutungen/Ödemen, kommt unter anderem dem Management der abschwellende Maßnahmen eine große Bedeutung zu.

In diesem Beitrag möchte ich zwei exemplarische Fallbeispiele vorstellen, bei denen wir direkt in den ersten Tagen nach der Verletzung die Intermittierende Vakuum Therapie (IVT) angewendet haben. Ein Verfahren, das wir begleitend sehr effektiv bei sporttraumatologischen Verletzungen einsetzen.

IVT – Funktionsweise und Einsatzgebiete

Die IVT appliziert alternierend Unterdruck (Vakuum) und positiven Druck auf die unteren Extremitäten bis zum Abdomen. Das bewirkt mehr Durchblutung, mehr Kapillarisation sowie eine Steigerung des venösen und lymphatischen Rückfluss. Das zentrale Nervensystem wird dabei mitstimuliert. Die Behandlung ist unabhängig von der Verletzung und deren Stadium völlig schmerzfrei, da sie auf Kompression verzichtet. Haupteinsatzgebiete des VACUMED® Flow Regeneration System, welches am Institut für Weltraummedizin an der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde, sind kardiovaskuläre Stimulation und Revaskularisierung. Die IVT ist auch als moderne und kostengünstige Therapie von Lymph- und Lipödemen anerkannt. In anderer Form wird das Verfahren auch zur Beschleunigung der posttraumatischen- oder postoperativen Rehabilitation (VACUSPORT® Gerät) und seit einigen Jahren zudem auch sehr effektiv bei sporttraumatologischen Verletzungen eingesetzt.

Exemplarische Fallbeispiele

Muskelbündelriß (muskulo-tendinöser Übergang)
M. rectus femoris

  • VacuSport: direkt in den ersten Tagen nach der Verletzung (nach erfolgter ACP-Therapie)
  • Alter G: ab 15. Tag - Laufen (Vollbelastung): ab 19. Tag (nach biomechanischer Diagnostik)
  • SpeedCourt: ab 28. Tag
  • Fußballspezifisches ­Einzeltraining: ab 33. Tag
  • Mannschaftsstraining: ab 41. Tag 

MRT zum Unfallzeitpunkt (Abb. 1) und 3-Wochen-Verlaufskontrolle (Abb. 2).

Abb. 1 Muskelbündelriss zum Unfallzeitpunkt
Abb. 2 Muskelbündelriss 3-Wochen-Verlaufskontrolle


Proximale Sehnenruptur des M. rectus femoris

  • VacuSport: direkt in den ersten Tagen nach der Verletzung (nach erfolgter ACP-Therapie)
  • Alter G: ab 25. Tag
  • Laufen (Vollbelastung): ab 28. Tag (nach biomechanischer Diagnostik)
  • SpeedCourt: ab 32. Tag
  • Fußballspezifisches Einzeltraining: ab 45. Tag
  • Mannschaftsstraining: ab 60. Tag (nach biomechanischer Diagnostik)

MRT zum Unfallzeitpunkt (Abb. 3 + 4) und 3-Wochen-Verlaufskontrolle (Abb. 5 + 6) und 6-Wochen-Verlaufskontrolle (Abb. 7 + 8).

Abb. 3 + 4 Proximale Sehnenruptur des M. rectus femoris zum Unfallzeitpunkt

Abb. 5 + 6 Proximale Sehnenruptur des M. rectus femoris 3-Wochen-Verlaufskontrolle
Abb. 7 + 8 Proximale Sehnenruptur des M. rectus femoris 6-Wochen-Verlaufskontrolle


Literatur

[1] Ekstrand et al. Epidemiology of muscle injuries in professional football (soccer). Am J Sports Med. 2011

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Der Autor

Dr. med. Burak Yildirim ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und seit 2010 in der MediaPark Klinik in Köln, seit 2013 leitender Arzt in der Abteilung für Orthopädie/Unfallchirurgie und Sportmedizin sowie Gesellschafter im Institut für funktionelle Diagnostik (IFD Cologne). Von 2008-2011 betreute er als Mannschaftsarzt des DFB die U15 – U19-Nationalmannschaften, seit 2013 ist er Mannschaftsarzt des Fußballbundes­ligisten Bayer 04 ­Leverkusen.

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