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Individuelle Orthesen im Spitzensport

 

Stefan Luitz, DSV, zog sich bei einem Sturz im Riesenslalom in Adelboden eine Schulterluxation zu. Er stand vor der Wahl, sich operieren oder mit einer Orthese versorgen zu lassen, um doch noch bei der WM im schwedischen Are starten zu können. Er kannte Ortema bereits von der Knieorthesenversorgung nach seiner Kreuzbandruptur. Die Spezialisten für individuelle Orthesen im Spitzensport ermöglichten ihm die WM-Teilnahme. Die sportärztezeitung sprach darüber mit Hartmut Semsch, Geschäftsführer der ORTEMA GmbH.

 

Herr Semsch, wie kam der Kontakt zu Stefan Luitz zustande?

Per Telefon. Wir sind ja seit vielen Jahren im Skirennsport und vielen anderen Sportarten aktiv. Da klingelt es häufiger nach Verletzungen.

Und dann wurde sofort ein Termin vereinbart?

Nicht sofort. Bei Schulterorthesen kommen erst einmal viele Fragen auf, da es einfach nicht so im Fokus steht wie Knieorthesen. Aber nachdem ich ihm die Ausführung und Wirkungsweise grob erklärt habe, haben wir gleich einen Termin hier in Markgröningen vereinbart.

Worin liegen die Herausforderungen bei Schulterorthesen?

Die Schulter ist extrem beweglich. Orthesen müssen im Sport natürlich fest sitzen, ohne zu rutschen. Und dort, wo viel Bewegung ist, besteht immer die Gefahr, dass es zu Verkippungen und auch Verrutschen kommt. Außerdem muss die Orthese genügend Stabilität geben und die Bewegung soweit wie möglich, aber auch nur so stark wie nötig eingeschränkt werden. Und dabei darf sich der Spitzensportler nicht eingeschränkt fühlen. Die Orthese darf in keinem Fall die Performance stören, sonst wird er sie nicht tragen. Da muss man sich auch erst einmal das Vertrauen des Sportlers erarbeiten und ihm zeigen, dass man weiß, um was es geht.

Was kann die Orthese bieten?

Wir fertigen Orthesen für die Schulter, aber auch den Ellenbogen, die Kniegelenke oder auch Gesichtsmasken in Abhängigkeit der Diagnose an. Und berücksichtigen dabei, ob der Sportler Ski fährt oder Motocross. Dementsprechend stabilisieren wir das Gelenk und schränken da ein, wo es wirklich nötig ist, um verletzte oder operierte Areale zu schonen.

Und dadurch konnte Luitz an den Start?

Genau. Ohne die Orthese hätte er nicht an der WM teilgenommen. Aber es geht nicht immer um die Weltmeisterschaft. Es kann dem Sportler auch ermöglichen, zeitnah wieder am sportartspezifischen Training teilzunehmen.

Knieorthesen kennt man. Schulterorthesen sind bisher nicht so weit verbreitet. Woran liegt das?

Knieorthesen sind wesentlich einfacher zu fertigen. Das Schultergelenk ist sehr beweglich. Muskulatur und Weichteile müssen berücksichtigt werden. Es gibt keine Standardgelenke. Orthesen, die effektiv sind ohne zu rutschen - das war wirklich eine Herausforderung in den letzten Jahren. Wir haben mittlerweile allerdings sehr viele Sportler aus unterschiedlichsten Sportarten versorgt

In welchen Sportarten macht eine Versorgung überhaupt Sinn?

Bei den meisten Risikosportarten, wie Eishockey, Motocross und Enduro, American Football, Mountainbike und natürlich beim Skifahren. Hier haben wir oft hohe Geschwindigkeiten und Kontakt mit dem Gegner oder dem Boden. Außerdem ist es bei diesen Sportarten nicht ganz so problematisch, die Schulter in der Bewegung zu limitieren. Bei Wurfsportarten wie Handball und Speerwerfen funktioniert das nicht, ebenso beim Turnen.

Und bei welchen Indikationen?

Bei Instabilitäten, nach Luxationen oder schweren Traumata.

Wie sieht es außerhalb des Sports aus?

Natürlich können auch Nicht-Sportler von einer Orthese profitieren. Im Beruf, Alltag und beim Sport. Das können Patienten mit den genannten Erkrankungen sein, aber auch Betroffene mit Arthrose, nach einer Prothesenversorgung oder auch Patienten, die eine Plexusparese haben. Hier müssen wir teilweise bei der Versorgung den ganzen Arm und die Hand mit einbeziehen.

Wie lange dauert die Produktion solcher Orthesen?

Wir bieten Patienten, die eine längere Anfahrt haben und natürlich auch den Spitzenathleten eine Tagesversorgung an. Morgens wird der Abdruck oder Scan gemacht, nachmittags geht der Patient mit Orthese nach Hause. Und das gilt für alle Orthesenversorgungen. Hat der Kunde eine vertretbare Anreise, ist die Anprobe ein paar Tage nach dem Abdruck.

Vielen Dank für das Gespräch und den interessanten Einblick.

 

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Hartmut Semsch, Geschäftsführer der ORTEMA GmbH

 

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